Unterschiede beim CCD in Standard-, Kör- und Premiumkörzucht

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    • Unterschiede beim CCD in Standard-, Kör- und Premiumkörzucht

      Hatte mir noch mal die HP vom CCD durchgelesen, was sich in Bezug auf die Gesunderhaltung der Cavaliere Neues ergeben hat.

      Hierbei bin ich auf die in der ZZP aufgeführten Zuchtformen im CCD gestoßen.

      Woran erkennt man einen Züchter mit Premium - Körzucht?

      Gibt es beim CCD eine zusätzliche Liste, in denen Premium-Körzucht Züchter aufgeführt sind?

      Warum gibt es überhaupt noch die Standardzucht, bzw. die Körzucht?

      Wäre es nicht von Vorteil, wenn es nur die Premium-Körzucht mit den für die Rasse wichtigen Untersuchungen gäbe?
    • Standardzucht beeinhaltet, ZZP bestanden, Formwertnote SG in der Erwachsenenklasse und Herzuntersuchung o.B. laut abhören beim TA. Körzucht beeinhaltet mehrere V's + Herzultraschall. Premiumzucht Herzultraschall, mehrere V's, MRT und die Vorraussetzung eines gewissen Alters, somit kann dieses ein Jungrüde oder Junghündin im zuchtfähigen Alter nicht unbedingt erfüllen.
    • Im ICC ist die Aufteilung ähnlich, einhergehend mit Altersgrenzen.
      Hier beginnt die Elitezucht erst mit einem Alter von fünf Jahren. Und um einen Welpen mit dem Vermerk "Elite", "Premium", "Kör" etc. zu bekommen müssen auch beide Elterntiere die entsprechenenden Merkmale erfüllen.
    • Es gibt keine Premium-, Körzucht-oder Standard-Züchter. Diese Angaben beziehen sich auf den jeweiligen Wurf des Züchters und das wird auf der Ahnentafel der Welpen vermerkt.
      Beide Elterntiere müssen die jeweiligen Anforderungen erfüllen, um die Eintragung aus "Körzuch" bzw. aus "Premium-Zucht" in den Ahnentafeln ihrer Nachkommen bestätigt zu bekommen. Und wie Sigrid schon erklärte, ist das vom Alter der Zuchttiere abhängig. Deshalb kann man die Standard-Zucht nicht abschaffen. Eine junge Hündin wird meist beim ersten Wurf nur die unterste Stufe der Möglichkeiten erreichen, selbst wenn ein komplett untersuchter Rüde ihr Partner ist. Von Wurf zu Wurf kann sie sich dann steigern.
      Doch entschließt sich nun der Züchter, seine Hündin, die kurz vor dem Erreichen der Zuchtaltersgrenze ist und die komplett untersucht ist, mit einem feschen jungen Rüden zu verpaaren, weil der Rüde so vielversprechend ist, dann wird es wieder nur ein Wurf in der unteren Kategorie der Möglichkeiten, weil dem Rüden altersbedingt noch Untersuchungen fehlen.

      Doch wer nun annimmt, ein Welpe aus einer Verpaarung, bei der beide Elterntiere alle Untersuchungen absoviert haben , muss dann ja gesund sein, der irrt. Die einzigen beiden Krankheiten für die der Züchter momentan die Hand ins Feuer legen kann, dass der Welpe sie nicht bekommt, sind EF und CC, weil wir dafür den Gentest haben. Alle anderen Untersuchungen sagen nur aus, der Hund ist gesund, ob sein Erbgut auch gesund ist, können wir nicht wissen. Aber natürlich ist die Wahrscheinlichkeit, gesunde Welpen zu haben größer als bei nicht oder weniger untersuchten Elterntieren.

      Fazit: alle drei Formen haben ihre Berechtigung.

      Monika L.
    • :ja:

      Danke Monika für die gute Erklärung. Das war so aus diesen Seiten des CCD nicht so rauszulesen. Ist aber durch deine Erklärung jetzt einleuchtend.

      Wenn man es so liest, wie es dort steht, geht man irgendwie davon aus, als würden die Züchter mit dreierlei Maß züchten. Ist irreführend gewesen.
    • Monika L. schrieb:

      Es gibt keine Premium-, Körzucht-oder Standard-Züchter. Diese Angaben beziehen sich auf den jeweiligen Wurf des Züchters und das wird auf der Ahnentafel der Welpen vermerkt.
      Beide Elterntiere müssen die jeweiligen Anforderungen erfüllen, um die Eintragung aus "Körzuch" bzw. aus "Premium-Zucht" in den Ahnentafeln ihrer Nachkommen bestätigt zu bekommen. Und wie Sigrid schon erklärte, ist das vom Alter der Zuchttiere abhängig. Deshalb kann man die Standard-Zucht nicht abschaffen. Eine junge Hündin wird meist beim ersten Wurf nur die unterste Stufe der Möglichkeiten erreichen, selbst wenn ein komplett untersuchter Rüde ihr Partner ist. Von Wurf zu Wurf kann sie sich dann steigern.
      Doch entschließt sich nun der Züchter, seine Hündin, die kurz vor dem Erreichen der Zuchtaltersgrenze ist und die komplett untersucht ist, mit einem feschen jungen Rüden zu verpaaren, weil der Rüde so vielversprechend ist, dann wird es wieder nur ein Wurf in der unteren Kategorie der Möglichkeiten, weil dem Rüden altersbedingt noch Untersuchungen fehlen.

      Doch wer nun annimmt, ein Welpe aus einer Verpaarung, bei der beide Elterntiere alle Untersuchungen absoviert haben , muss dann ja gesund sein, der irrt. Die einzigen beiden Krankheiten für die der Züchter momentan die Hand ins Feuer legen kann, dass der Welpe sie nicht bekommt, sind EF und CC, weil wir dafür den Gentest haben. Alle anderen Untersuchungen sagen nur aus, der Hund ist gesund, ob sein Erbgut auch gesund ist, können wir nicht wissen. Aber natürlich ist die Wahrscheinlichkeit, gesunde Welpen zu haben größer als bei nicht oder weniger untersuchten Elterntieren.

      Fazit: alle drei Formen haben ihre Berechtigung.

      Monika L.


      Hab da noch mal drüber nachgedacht.


      Und wozu braucht man dann diese 3 Zuchtformen????

      Ich hätte jetzt gedacht, es würde ein Weg sein, zur Gesundung der Rasse beizutragen.

      So bringt das Ganze doch überhaupt nichts, höchstens einen höheren Geldbetrag für den Welpen in der Tasche des Züchters.

      Der Ansatz ist ja schon mal gut. Aber es nutzt ja nichts, wenn nur wenige Züchter auf Kör- bzw. Premium-Körzuchten gehen.

      Warum nicht gleich nur Premium-Körzucht. Siehe Beispiel der Niederlande. Vor dem verpflichtenden MRT keine Würfe. Ich weiß, jetzt kommen wieder die Unkenrufe......das ist viel zu früh, und nicht wirlich die Krankheiten auch da erkennbar.....................Ja, mag ja sein, aber man hat wenigstens einen kleinen Teil ausgeschlossen, als wenn man in der Standardzucht nur die Mindestanforderungen zur Zucht erfüllt.

      Dann wäre man zumindest was SM/CM und natürlich auch im Anfangsstadium das Herz betrifft etwas weiter. Schlicht und ergreifend weiß doch kein Züchter, wenn er seine Hunde mit 18 Monaten (Hündin) bzw. Rüden mit 12 Monaten verpaart, was in ihnen schlummert. Das wird doch erst in späteren Lebensjahren offensichtlich.

      Warum auch junge Rüden nehmen, die noch keinen Gesundheits-TÜV durchlaufen haben. Das ist doch ins Blaue gezüchtet. Entschuldigung, aber so kommt man in puncto Herzerkrankungen beim Cavalier und CM/SM nicht wirklich weiter. Meine Meinung.

      Sorry, das ich so kritisch auf diese Regelung reagiere, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass das irgendwas in puncto Verbesserung der Rasse und Eindämmung von Krankheiten bringen soll.

      Dass, wie Monika schreibt, dadurch keine gesunden Hunde kommen ist klar, wenn man nicht konsequent die Sache verfolgt. Natürlich ist es unnütz, wenn man einen Premium-Kör-Rüden auf eine Standard Hündin (junge Hündin) lässt. Das könnte man ja schlicht und ergreifend mal durch Regelungen einfach abschaffen. Wo ein Wille ist, ist ein Weg.
    • Silke, das ist alles nicht so einfach...
      Das Problem ist, dass es eigentlich mit viel zu jungen Tieren gezüchtet wird, die so gut wie alle in diesem Alter gesund sind :ka:
      Aber versuch mal vorzuschlagen das Mindestalter anzuheben, dann wirst du aufgehängt ;) Deswegen machen Verpaarungen junge Hündin x alter Rüde bzw. ältere Hündin x junger Rüde sehr, sehr viel Sinn.
      Ich bin persönlich der Meinung, dass kein Hund unter 2 Jahren zur Zucht genommen werden sollte.
      Liebe Grüße von Joanna mit Kiss, Ronja und Celine

      Asja (9.02.2004-15.01.2015) und Bobby (26.07.2007-21.09.2016)
      für immer im Herzen
    • Joanna schrieb:

      Silke, das ist alles nicht so einfach...
      Das Problem ist, dass es eigentlich mit viel zu jungen Tieren gezüchtet wird, die so gut wie alle in diesem Alter gesund sind :ka:
      Aber versuch mal vorzuschlagen das Mindestalter anzuheben, dann wirst du aufgehängt ;) Deswegen machen Verpaarungen junge Hündin x alter Rüde bzw. ältere Hündin x junger Rüde sehr, sehr viel Sinn.
      Ich bin persönlich der Meinung, dass kein Hund unter 2 Jahren zur Zucht genommen werden sollte.

      :bussi:

      Ich danke dir für deinen ehrlichen Beitrag.

      Eben wie in den Niederlanden. Dort geht es doch auch und sind wir mal ehrlich, es wären dann max. 2 Würfe, auf die man verzichten müsste. Mehr nicht. Es sei, es würden bei dem ersten Wurf - was ich nicht glaube bei Erstgeburten - 6 Welpen kommen. Dann ist die Wartezeit natürlich mit 14 Monaten um 2 Monate länger.

      Aber es wäre doch mal ein sinnvoller Beitrag zur Genesung der Rasse. Alles andere ist doch Augenwischerei.

      Und die Aussage, man würde aufgehängt.....................eigentlich hängen sich die Züchter doch selber auf. Ist doch sowas von kurz gedacht. Denn so wird die Rasse nie gesund.

      Der kleine Hobbyzüchter wird es vielleicht noch verkraften.
      Nun ja, so rettet man die Rasse nicht.

      Sprechen wir uns mal in 10 - 15 Jahren wieder, wenn das so weiter praktiziert wird.
    • Silke, bei mir geht es nur ehrlich oder gar nicht :ja: Und mich müssen auch nicht alle mögen ;)
      Und was die Erstgeburten angeht - die Anzahl der Welpen ist natürlich individuelle Sache und von Hündin zu Hündin verschieden, aber je älter die Hündin, desto kleiner die Würfe. Kiss hatte bei ihrem ersten Wurf 6 Welpen :ja:
      Liebe Grüße von Joanna mit Kiss, Ronja und Celine

      Asja (9.02.2004-15.01.2015) und Bobby (26.07.2007-21.09.2016)
      für immer im Herzen
    • Ich seh es leider nicht so wie Ihr und ich mache alles wirklich verantwortungsbewußt.
      ich habe dazumals meine Hexe (11. 08. 1989-06. 05. 2004) jährlich auf das Herz kontrollieren lassen, rein aus persönlichem Interesse. Es gab keinerlei Pflichten oder Vorgaben. Sie hatte mit 3 oder 4 Jahren ein Herzgeräusch. Das wußte allerdings ich nur und kein einziger TA (auch aus der Uni Leipzig) hat mit angst gemacht. Sie hat viele langlebige Kinder zur Welt gebracht. Darunter waren auch wieder welche, die mit 3 oder 4 Jahren ein Geräusch hatten und genau so alt wurden. Genauso hab ich das in 22 Jahren Zucht weiter erlebt. Es gibt Cavis, die bekommen mit 11 Jahren ein Geräusch (siehe Bellamie im Februar 2013 ganz minimal und sind 2 Monate später im April tot). Und es gibt Cavis, die haben es schon zeitig und werden damit alt. Solange es keine schlüssigen Beweise für die Erbfolge gibt, kann man nur spekulieren oder eben bangen. Für mich hat sich aus Erfahrung heraus die Frage nach der rechten oder linken Klappe gestellt. Ich glaube, da gibt es Riesenunterschiede in der Voranschreitung und Aggressivität der Erkrankung. Deswegen hat für mich auch das Alter der Erstbelegung keine Bedeutung, denn ob sie nun 2 Jahre alt sind oder 18 Monate oder 3 Jahre, das spielt am Ende für die Vererbung der Herzkrankheit überhaupt keine Rolle. Das kann man wirklich erst am Ende des Todes des Hundes ermitteln. Darüber hinaus hab ich beobachtet, daß langlebige Hunde sowohl kurzlebige als auch wieder langlebige vererben. Kann sein, daß es wiederum mit den Genen der jeweiligen Rüden zu tun hat. Aber aus meinen langlebigen sind auch kurzlebige hervor gegangen. Und ich weiß nicht, wie ich das deuten könnte. Es sind nicht nur aus einem Deckrüden Kurzlebige entstanden. Es geht kreuz und quer. Von daher kann keiner einer Prognose abgeben. Das ist ganz viel Zufall. Das sind Erkenntnisse aus 22 Jahren Gewissenhaftigkeit. Sicher interessant für die Forschung, aber wem soll man seine Erfahrungen schenken?
      Viele Grüße Dagmar
    • Aus meiner 15jährigen Hexe hab ich dann über die Acita die Ivett gezogen. Sie lebte von 21. 08. 1995 - 16. 10. 2008. Ich dachte so, toll, da hast Du gute langlebige herzgesunde Hunde. Die Ivett ist zuletzt an einem Schlaganfall gestorben (am 3. Schlaganfall). Jedenfalls 100% nicht am Herzen, das war top.
      Daraus hab ich die Roxett. Die Roxett lebte von 27. 01. 99 - 13. 07. 2006. Das war der Schock! Sie war im Februar 2006 noch ohne Geräusch, so daß ich sie belegte. Sie zog ihre Welpen groß und starb urplötzlich in dem heißen Sommer. Es ging ihr mittags schlecht, natürlich TA, Herzgeräusch extrem, Tierklinik, rechte Herzklappe flattert und nachts 22.30Uhr eingeschlafen. Wo bleibt hier die Logik und der Menschenverstand? Wo und wann ist man auf der sicheren Seite? Das kann einem keiner sagen! Keine Studien von Ahnentafeln, kein Züchter, einfach niemand. Und wenn man nicht über viele Jahre seine eigenen Aufzeichnungen hat und zumindest die Mutterlinien beobachten und dokumentieren kann, dann weiß man noch viel weniger.
      Liebe Grüße Dagmar

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Dagmar ()

    • Ein Herzgeräusch unter 4 Jahren ist eine Erscheinung, die von der züchterischen Seite bekämpft werden sollte und wenn eine Hündin mit 3 Jahren ein Herzgeräusch hat, dann hat sie bis zu diesem Erkentnis nur einen Wurf gehabt, wenn der Züchter mit der Belegung bis zum vollendeten 2. Lebensjahr gewartet hat. Und wenn sie früher belegt worden wäre, dann hätte sie womöglich schon 2 Würfe vor dem 3. Geburtstag gehabt - 1 Wurf zuviel in meinen Augen.

      Und bei einem Deckrüden kann es noch verheerender sein! Ein Rüde, der mit 3 Jahren ein Herzgeräusch bekommt und zwischen 12. und 36. Monat seines Lebens 20 und mehr Würfe gezeugt hat - eine züchterische Katastrophe :schock: Würde er erst mit 2 Jahren anfangen zu decken, würde er nur Hälfte der Würfe produzieren können.
      Liebe Grüße von Joanna mit Kiss, Ronja und Celine

      Asja (9.02.2004-15.01.2015) und Bobby (26.07.2007-21.09.2016)
      für immer im Herzen
    • Ja sicher hast Du recht. Nur mit welcher Gewißheit nimmst Du an, daß die Nachkommen zeitig sterben? ich kann das nicht bestätigen. Ich habe ganz andere Erfahrungen gesammelt. Es kann so oder so ausgehn (ich meine die Lebenserwartung). Ich habe auch Hunde mit zeitigem Herzgeräusch von völlig gesund geschallten Eltern erfahren. Wo also muß der Hebel angesetzt werden?
      Ich weiß es nicht und ich frag mich, warum oder wann nimmt man den Hund am besten aus der Zucht? Auf jeden Fall nicht, wenn er am HUS etwas zeigt, denn das zeigen bei guten Geräten ALLE! Cavaliere. Da braucht Ihr nur mal bei der Studie in München nachzufragen. Dort war ich auch mit meiner Tanja. Ich mach so fast wie alles, um der Gesundheit der Cavis weiterzuhelfen. Es war ein ganzer Tag mal wieder ohne Lohn und zur Belustigung... Sie ist am 29. 08 1999 geboren. Sie sollte altershalber mit in die Studie. Ihr geht's herzmäßig bestens, wie jedem Mischling in dem Alter. Natürlich hat sie auch ein Geräusch, die linke Herzklappe läßt auch was durch und ne halbe Fortekur bekommt sie auch. Aber alles roger in dem Alter.
      Ich denke, es gibt auch Riesenunterschiede zwischen HUS und HUS, denn nur wenige spezialisierte Kardiologen können ihn richtig lesen und deuten.
      Viele Grüße Dagmar
    • Ja, das ist sehr interessant, Dagmar! Nur vergiss nicht, dass für einen Liebhaber ein Cavalier, der kein Herzgeräusch hat, aber auf HUS Klappenundichtigkeit zeigt, ein herzkranker Hund ist...

      Jetzt möchte ich noch eine erfundene, aber sehr gut erklärende Geschichte erzählen, die zeigt, wie die Züchter von den potentiellen Welpenkäufern zu fragwürdigen Entscheidungen getrieben werden:

      Es war mal eine Züchterin, die ein gesunde 6-jährige Cavalierhündin hatte, deren Eltern wiederum bis zum Alter von 6-7 Jahren herzgesund waren und noch lebten. Für diese Hündin suchte sie einen Deckrüden. Nun ihr Interesse hat ein sehr schöner, 6-jähriger Rüde geweckt, von dem schon etliche Nachkommen gab, von denen man nichts schlechtes in Erfahrung bringen konnte. Dieser Rüde war PL frei (im Alter von 12 Monaten und auch später über 3 Jahre), Augenuntersucht, MRT-untersucht und HD-frei. Was das Herz angeht, so hatte er keinen hörbaren Geräusch, aber bei HUS im Alter von 6 Jahren wurde MVD diagnostiziert. Sagen wir mal Grad I-II. Seine Eltern haben bis zum Alter von 7 bzw. 8 Jahren gesunde Herzen und auch seine Großeltern wurden 12 Jahre alt und erst mit 8-9 Jahren Herzgeräusch entwickelt.
      Nun hat die Züchterin überlegt, ob sie diesen Rüden nehmen sollte, denn er war passend zu ihrer Hündin, hatte typisches Wesen und war umfangreich untersucht. Und obwohl sie sehr überzeugt von dem Rüden war, hatte sie Bedenken, ob sie die Welpen tatsächlich verkaufen kann, denn immer mehr Welpeninterssenten fragen direkt nach der Herzgesundheit der Eltern und wenn sie hören werden, dass der Vater der Welpen MVD hat, dann werden sie weg rennen und woanders ihren Welpen kaufen.
      Aus Angst, dass sie tatsächlich Probleme mit dem Verkauf der Welpen haben könnte, entschied sie sich für einen nicht weniger schönen, nicht weniger wesentypischen, aber nur 18 Monate alten Rüden, der herz-, PL- und Augenerkrankungen frei war und hoffte, dass der Rüde nicht allzu schnell MVD bekommt. Aber sie konnte mit gutem Gewissen den Welpeninterssenten sagen, dass beide Eltern herzgesund sind.
      Liebe Grüße von Joanna mit Kiss, Ronja und Celine

      Asja (9.02.2004-15.01.2015) und Bobby (26.07.2007-21.09.2016)
      für immer im Herzen
    • Interessante Beiträge, aber es geht doch auch nicht nur um die herzerkrankungen sondern auch um das MRT. Meiner Meinung nach sollte also vor 2,5 Jahren kein Wurf stattfinden. Auf beiden Seiten. Leider sehen das nicht alle Züchter so, aber so nach und nach lassen auch die Nachzügler ihr Hunde scannen. Weiter so! Und richtig die premiumzucht als Standard avancieren!
    • Ich selber halte es in meiner Zucht inzwischen so, dass ich meine Hündinnen erst später decken lasse, so, dass sie mit ungefähr 3 Jahren ihren ersten Wurf bekommen. So werde ich es bei mir in der Zucht, denke ich, auch weiter machen. Auch werden meine Hündinnen inzwischen alle vor dem ersten Wurf im MRT untersucht. Viel länger sollte man mit dem ersten Wurf aber auch nicht warten. Denn auch bei der Hündin zeigt sich irgendwann das Alter wie bei einer Frau und eine Erstlingsgeburt die später stattfindet kann zu Geburtsschwierigkeiten führen, die man vorher nicht hätte. ;)

      Die Premiumkörzucht ist aber nicht nur an den Untersuchungen gekoppelt. Sie ist auch an ein Alter gekoppelt und zwar deswegen, weil man sagt, wenn es in diesem Alter noch aktuelle Untersuchungen gibt, die alle Frei sind, dann ist dies ein besonderer Zuchthund! Da wird der Faktor des Unterschiedes eines jungen Hundes und eines alten Hundes mit berücksichtigt. Denn es ist schon ein Unterschied ob der Hund im Jungen Alter von allem Frei ist, oder auch später noch. Aber auch die Jungen Hunde müssen eine Chance bekommen. Daher auch die Ahnenforschung und wenn man dann die Verpaarung Jünger mal Älter und beide Gesund und Ahnen hoffentlich auch lange gesund, dann ist das kein Fehler. Auch in den Niederlande wird mit jungen Hunden gezüchtet. Sie machen das MRT teilweise sogar schon vor einem Jahr, um erst mal zu wissen, ob der Hund überhaupt in die Zucht gehen kann. Ich habe mich letztens erst mit einer niederländischen Züchterin darüber unterhalten. ;)

      Dagmar mal eine ganz andere Frage. Du hattest erwähnt, dass es einen Unterschied macht, ob es die rechte oder linke Klappe betrifft. Könntest du mir den Unterschied evtl. erklären? Würde mich jetzt echt interessieren.
      Liebe Grüße von Sandra und den
      [IMG:http://up.picr.de/29630688hr.jpg]

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Sunny_sky ()

    • Dagmar schrieb:

      Ich seh es leider nicht so wie Ihr und ich mache alles wirklich verantwortungsbewußt.
      ich habe dazumals meine Hexe (11. 08. 1989-06. 05. 2004) jährlich auf das Herz kontrollieren lassen, rein aus persönlichem Interesse. Es gab keinerlei Pflichten oder Vorgaben. Sie hatte mit 3 oder 4 Jahren ein Herzgeräusch. Das wußte allerdings ich nur und kein einziger TA (auch aus der Uni Leipzig) hat mit angst gemacht. Sie hat viele langlebige Kinder zur Welt gebracht. Darunter waren auch wieder welche, die mit 3 oder 4 Jahren ein Geräusch hatten und genau so alt wurden. Genauso hab ich das in 22 Jahren Zucht weiter erlebt. Es gibt Cavis, die bekommen mit 11 Jahren ein Geräusch (siehe Bellamie im Februar 2013 ganz minimal und sind 2 Monate später im April tot). Und es gibt Cavis, die haben es schon zeitig und werden damit alt. Solange es keine schlüssigen Beweise für die Erbfolge gibt, kann man nur spekulieren oder eben bangen. Für mich hat sich aus Erfahrung heraus die Frage nach der rechten oder linken Klappe gestellt. Ich glaube, da gibt es Riesenunterschiede in der Voranschreitung und Aggressivität der Erkrankung. Deswegen hat für mich auch das Alter der Erstbelegung keine Bedeutung, denn ob sie nun 2 Jahre alt sind oder 18 Monate oder 3 Jahre, das spielt am Ende für die Vererbung der Herzkrankheit überhaupt keine Rolle. Das kann man wirklich erst am Ende des Todes des Hundes ermitteln. Darüber hinaus hab ich beobachtet, daß langlebige Hunde sowohl kurzlebige als auch wieder langlebige vererben. Kann sein, daß es wiederum mit den Genen der jeweiligen Rüden zu tun hat. Aber aus meinen langlebigen sind auch kurzlebige hervor gegangen. Und ich weiß nicht, wie ich das deuten könnte. Es sind nicht nur aus einem Deckrüden Kurzlebige entstanden. Es geht kreuz und quer. Von daher kann keiner einer Prognose abgeben. Das ist ganz viel Zufall. Das sind Erkenntnisse aus 22 Jahren Gewissenhaftigkeit. Sicher interessant für die Forschung, aber wem soll man seine Erfahrungen schenken?
      Viele Grüße Dagmar



      Dagmar, danke für den ausführlichen Bericht.

      Ich wüsste jetzt auf Anhieb nur Dr. Kresken, den es interessieren könnte.
    • Ich möchte mich bei allen hier in diesem Threat schreibenden ganz herzlich bedanken, dass diese "Diskussion" so sachlich und nicht emozional geführt wird. Aus der Erfahrung heraus weiß ich, dass solche Themen ganz schnell einige Leute zum Kochen bringen können.

      Mich hat die Sache einfach beschäftigt. Ich versuche immer auf dem Laufenden zu bleiben und seit 2007 hat sich bzgl. Aufklärung in den Cavalierzucht-Vereinen einiges getan.

      Leider schließe ich jetzt den ICC mal deutlich aus, denn was dort unter Gesundheit steht ist einfach zu wenig und sorry den Ausdruck diletantisch.

      Da lobe ich den CCD und den VK. Und ich glaube, dass auch die Zuchtmitglieder in diesen Vereinen hinter dem Geschriebenen stehen. Es versuchen umzusetzen.

      Dagmar schreibt, sie hat in der Vergangenheit immer die Gesundheit an erste Stelle gestellt.

      Sollte es in Zukunft so sein, dass es nur noch die Premium-Körzucht mit all ihren Untersuchungen gibt, würde ich u.U. wieder einen Cavalier von einem Züchter haben wollen. Das würde ich auch unterstützen.

      Aber die Problematik ist, so wie es jetzt gehandhabt wird, kann es nicht funktionieren. Entweder alle - oder keiner -. Denn die Nachfahren der jungen Cavaliere aus der Standardzucht werden irgendwann vl. auch wieder Zuchthunde. Und da weiß man halt nicht ob gesund oder nicht. Da müsste man wieder Jahre warten, um zu sehen, wie sie sich entwickeln.
      In der Premium-Körzucht wäre man wenigstens erstmal auf der sicheren Seite, weil alle Untersuchungen - auf gesund - laufen. Das kann an in der Standardzucht eben nicht so einschätzen, weil eben keine weitreichenden Untersuchungen stattgefunden haben.